Zur Geschichte

Entstanden ist der Brauch im Mittelalter in Mitteleuropa, als größere Teile der männlichen Stadtbevölkerung im Rahmen ihrer Wehrpflicht noch zur Verteidigung der Stadt herangezogen wurden und das Schießen üben mussten. In Deutschland liegen hier auch die historischen Wurzeln der Bürgerwehren, die im Zuge der Märzrevolution 1848 eine neue politische Bedeutung erlangten. Als bürgerlicher Männersport und männliches Freizeitvergnügen wurde das Vogelschießen im frühen 19. Jahrhundert populär. Dass es dazu diente, soziale Kontakte innerhalb beruflicher und gesellschaftlicher Zirkel unter seinesgleichen festlich zu pflegen.

Das Kindervogelschießen entstand Ende des 19. Jahrhunderts, als zunehmende Schulfeste aufkamen, die oft nach dem Vorbild der „erwachsenen Feste“ gestaltet waren. Allerdings wird hier mit Luftgewehren oder Pfeil und Bogen geschossen. Im ländlichen Raum, ist der Brauch meist noch sehr verbreitet.

Je nach Region und Brauch wird Schützenkönig, wer entweder den Rumpf des Vogels teilt oder den letzten Teil des Vogels herunterschießt. Im Verlauf bis dahin abgeschossene Bruchstücke werden entweder entsprechend ihrer Nummerierung zur Bestimmung der weiteren Plätze herangezogen oder dem König als Erinnerungsstücke übergeben. Alternativ werden auch Punktsysteme verwendet. Schützenkönig wird derjenige, der die höchste Punktzahl erreicht, die weiteren Platzierungen ergeben sich entsprechend oder den Vogel von der Stange holt.

Schützenvereine veranstalten das Vogelschießen auch, um damit einen Schützenkönig und je nach Verein ihre Majestäten zu ermitteln. Dabei wird der Vogel am Ende einer langen Stange 29 Meter hoch montiert und die Einzelteile werden mit einem Kleinkaliber-, Schrot- oder Luftgewehr, aber auch mit der Armbrust abgeschossen. Wegen moderner Sicherheitsbestimmungen wird das Gewehr dabei auf einem Standfuß (Lafette) angebracht, der nur das Zielen im Bereich des Kugelfangs erlaubt, in welchem sich der zum Abschuss angebrachte Vogel befindet. Heutzutage ist aus Sicherheitsgründen auch verbreitet, dass der Vogel an einer Schraube in einem Kugelfangkasten (Schießkasten) hängt und dort von der Schraube geschossen wird.

 

„Majetät, wird derjenige der den Vogel abschießt!“

 

Unser Vogelschuss

Jährlich zu Vatertag treten unsere aktiven Schützinnen- und Schützen auf unserem Vogelschuss gegeneinander an und schießen um die Majestätenwürden. Zu diesem Ereignis wird der Kirchhof entsprechend hergerichtet um eine Vielzahl von Gästen zu empfangen wie auch entsprechend zu bewirten. Zu Gast sind meist befreundete Bruderschaften wie auch Vereine. Natürlich findet dieses Event auch großen Anklang in der Bevölkerung, sodas der Einladung zum Vogelschuss gerne gefolgt wird.

Begonnen wird der Vogelschuss mit dem ersten Schuss, der meist von der letzten Majestät, dem Präses oder einem Amtsträger ausgeführt wird. Geschössen werden der Schützenkönig, Schützenkönigin, Jugendprinz, Schülerprinz, Bambiniprinz und der Ehrenkönig, der aus denReihen der inaktiven Mitglieder kommt.

Bei ausreichend Aktion, Musik und bester Verpflegung, heißt es dann…..

„GUT SCHUSS!“

Die St. Hubertusschützen 1868 Mariadorf e.V