Die Pfarre St. Mariae Empfängnis in Alsdorf-Mariadorf
von: J. Beckers

Hoengen als Mutterpfarre und das Streben nach Selbstständigkeit

Am 17./18. Juni 1989 beging die Pfarre St. Mariae Empfängnis Mariadorf das vorgezogene Fest ihres 120jährigen Bestehens, das mit einem Festabend im Saale Gibbels und am folgenden Tage mit dem 14. Pfarrfest gefeiert wurde. Genauer wurde das 120jährige Bestehen der Pfarrkirche gefeiert, denn Mariadorf als selbständige Pfarre blickt auf eine kürzere Tradition zurück. Im Jahre 1848 begann auf dem Gebiet der heutigen Pfarre der Steinkohlenbergbau. Es gab, bis auf zwei Bauernhöfe, keine Besiedlung. Der aufblühende Bergbau zog aber alsbald viele Menschen an, die in der Nähe ihres Arbeitsplatzes Wohnung suchten und durch die Initiative der Bergbaugesellschaft auch bekamen (vgl. dazu Jahresblätter d. Alsdorfer Geschichtsvereins 1986 Artikel W. Schmidt: „Die Entwicklung der Stadt Alsdorf im Spiegel ihrer Bergmannssiedlungen”) Am 28. Juni 1868 legte Pfarrer Jost von der Hoengener Mutterpfarre den Grundstein für die neue Kirche im Bergmannsort Mariagrube, der 1876 in Mariadorf umbenannt wurde. Nach zügigem Fortgang der Bauarbeiten erfolgte am 26. Dezember 1869 die Benediktion des Gotteshauses zur „Unbefleckten Empfängnis Mariae” durch den Eschweiler Dechanten Decker. Da für die Gemeinde noch kein eigener Seelsorger zur Verfügung stand, wurden die Gläubigen von Pfarrer Jost und Vikar Schetter aus Hoengen betreut. Am 6. April 1870 wurde Vikar Schetter zum Rektor von St. Marien in Mariadorf ernannt und acht Tage später von Pfarrer Jost in sein neues Amt eingeführt.

Das Wirken Vikar Schetters schlug sich in einer besonderen Betreuung der Bergleute, für die er selbst ein Gebet- und Gesangbuch verfasste, der Gründung des Borromäus-Vereins und der Bruderschaft St. Barbara nieder. Auf seine Initiative hin wurde im Mai 1881 auch der Männergesangverein „Polyhymnia” gegründet, der heute in unverändert hoher Qualität aus dem Mariadorfer Vereinsleben gar nicht mehr wegzudenken ist. Nach dem Tode Pfarrer Josts mußte Rektor Schetter 1885 das Rektorat abgeben und die Hoengener Pfarre übernehmen, einen Nachfolger erhielt Mariadorf erst drei Jahre später in Franz Xaver Schwarz der nach Überwindung zahlreicher Schwierigkeiten 1888 das Tauf-, Aussegnungs- und Beerdigungsrecht erhielt. 1891 wurde Mariadorf Kapellengemeinde mit eigener Vermögensverwaltung, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Selbständigkeit. In seinem unermüdlichen Wirken, unterstützt durch die Opferbereitschaft der Bergleute, schaffte Rektor Schwarz es, daß am 24. 10. 1897 die Kirchenglocken geweiht wurden, die die Gemeinde ihrem Rektor zum 25jährigen Priesterjubiläum schenkte. 1901 verabschiedete sich Rektor Schwarz nach 13jähriger erfolgreicher Tätigkeit. Die Gemeinde war inzwischen durch den forcierten Kohleabbau in der Region auf 2000 Seelen angewachsen und strebte immer mehr nach Selbständigkeit.

Pfarrer Wilhelm Tillmanns und das Erreichen der Selbständigkeit

Nachdem 1901 Wilhelm Tillmanns, bisher Kaplan in Euskirchen, zum neuen Leiter der Rektoratsgemeinde ernannt worden war, fanden Verhandlungen mit den staatlichen und kirchlichen Behörden statt, die am 1. Dezember 1903 ihren krönenden Abschluß fanden, als die Rektoratsgemeinde zur selbständigen Pfarrgemeinde erhoben wurde. Am 8. Dezember feiert man diesen bedeutenden Tag in Verbindung mit dem ersten Pfarrpatrozinium. Wilhelm Tillmanns wurde am 5. Januar 1904 zum Pfarrer ernannt, dem 1910, nachdem die Gemeinde auf 3000 Mitglieder angewachsen war, ein Kaplan zur Seite gestellt wurde: Heinrich Körfer. Sein Hauptaugenmerk richtete sich auf den Aufbau der Jugendarbeit. Durch den Anstieg der Bevölkerungszahl wurde immer deutlicher, daß die Kirche einer Raumerweiterung bedurfte. Die von dem inzwischen zum Dechanten ernannten Pfarrer Tillmanns eingeleiteten Bemühungen wurden jedoch durch die Wirren des Ersten Weltkrieges und die Not der Nachkriegszeit unterbrochen. Am 28. September 1930 starb Dechant Tillmanns, der 29 Jahre unermüdlich für Mariadorf gewirkt hatte.

Dechant Josef Klinkenberg, die Hauptgestalt der Mariadorfer Pfarrgeschichte

Am 21. Oktober 1930, dem Tag, an dem in Alsdorf das furchtbare Grubenunglück geschah, bei dem auch sechs Mariadorfer Bergleute den Tod fanden, wurde Josef Klinkenberg zum Pfarrer von Mariadorf ernannt, am 14. Dezember wurde er feierlich in sein neues Amt eingeführt. Josef Klinkenberg stammte aus der Aachen-Haarener Brauerei Klinkenberg und sollte im Laufe seiner 30jährigen Tätigkeit in Mariadorf zur Hauptfigur der Mariadorfer Pfarrgeschichte werden. Noch heute kursieren über ihn in Mariadorf unzählige Erzählungen und Anekdoten, die auf eine tatkräftige, aber auch kantige Persönlichkeit schließen lassen. Im Oktober 1931 wurde die Turmuhr feierlich eingeweiht, ansonsten standen Ausbesserungsarbeiten an der Kirche im Mittelpunkt des ersten Abschnitts von Klinkenbergs Wirken. Ab 1933 jedoch sah sich der Pfarrer und spätere Dechant einer ganz anderen und viel größeren Herausforderung gegenüber: die Nationalsozialisten hatten in Deutschland die Macht übernommen, und nach der anfänglichen Verständigung durch das Konkordat sah sich nun auch die Katholische Kirche neuen Pressionen ausgesetzt. Dechant Klinkenberg erwies sich in diesen Jahren im Rahmen seiner Möglichkeiten als unbeugsamer Widersacher der Nazis. Er behielt die sonntägliche Andachtszeit (15 Uhr) bei, obwohl sie sich mit dem Appell der Hitlerjugend überschnitt, und verbot das Erscheinen in Uniform in der Pfarrkirche, eine entschiedene und keineswegs ungefährliche
Maßnahme. Die unter der Herrschaft des Nationalsozialismus ohnehin erschwerte kirchliche Arbeit wurde durch den Zweiten Weltkrieg ab 1939 zusätzlich schwersten Prüfungen ausgesetzt. Als sich im September 1944 die Kriegsfront dem Aachener Raum näherte, mußte die Bevölkerung evakuiert werden. Dechant Klinkenberg ging als einer der letzten Einwohner in die Evakuierung in das sächsische Sandersdorf. In den ersten Jahren nach dem Krieg stand der Wiederaufbau naturgemäß im Mittelpunkt der Arbeit. Für den Wiederaufbau bzw. die Neuerrichtung der Pfarrkirche, die ihr ursprüngliches Aussehen in neugotischem Stil nie mehr bekommen hat, sorgte das gemeinsame

Engagement der Vereine wie des Sportvereins DJK und der bereits 1919 gegründeten Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung. Inzwischen hatte man im Saale Dreßen eine Notunterkunft für das vorübergehende Abhalten der Gottesdienste gefunden. Bereits 1946 war der Kirchenchor unter Leitung von Hubert Quadflieg wieder neu belebt worden. 1950 kam Josef Spelten als neuer Kaplan nach Mariadorf. Er setzte sich vor allem stark für die Pfadfinderbewegung und die Errichtung eines Jugendheimes ein, was 1953 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Außerdem gründete Kaplan Spelten einen Orgelbauverein, der es aufgrund der Spendenfreudigkeit seiner Mitglieder ermöglichte, daß bereits 1955 die Pfarrkirche eine neue, klangvolle Orgel erhielt. Der Orgelbauverein lebte danach unter dem Namen Kirchbauverein fort, um den sich vor allem das ehemalige Kirchenvorstandsmitglied Peter Simons große Verdienste erwarb. 1954 übernahm Alfred Streit das Amt des Organisten und Chorleiters, der bis in die frühen siebziger Jahre hinein in unserer Gemeinde wirkte. Während der fünfziger Jahre bemühten sich Dechant Klinkenberg sowie die Kapläne Spelten, Maaßen, Einerhand und Franßen um die schwerer werdende Jugendarbeit. Am Karsamstag des Jahres 1960 gab es für die Mariadorfer Pfarrgemeinde eine große Zäsur: Dechant Josef Klinkenberg war verstorben. Der alte Dechant blieb den Mariadorfern bis heute in lebhafter Erinnerung. ob es sich nun um seine schon sprichwörtliche Nase, gestrenge Schulsitten oder die Fahrt nach Rom aus Anlaß des Heiligen Jahres 1950 handelte. Noch heute verbinden viele mit dem Begriff des Mariadorfer Pfarrers vor allem den Namen Klinkenberg. Es soll nicht verschwiegen werden, daß seine gestrenge Art für nicht wenige bis auf den heutigen Tag ein vorgeschobener Grund ist, das Innere der Pfarrkirche möglichst wenig zu betreten.

Pastor Josef Langen und die Neuerungen der sechziger Jahre

Im September 1960 kam aus Welldorf bei Jülich der Rheydter Josef Langen als neuer Pfarrer nach Mariadorf. Er trat nicht nur im Hinblick auf die überragende Gestalt Dechant Klinkenbergs ein schwieriges Erbe an. Die sechziger Jahre waren auch in der alltäglichen kirchlichen Arbeit eine Phase des Umbruchs. Die technischen Neuerungen, wie vor allem das immer stärker verbreitete Fernsehen, erschwerten zusehends die Jugendarbeit, um die sich nichtsdestotrotz Pastor Langen und der neue Kaplan Zelder aufopferungsvoll kümmerten. 1963 wurde aus dem Stamm der KAB die Karnevalsabteilung der Pfarre gegründet, die sich inzwischen in über 25jähriger Arbeit Verdienste um den Pfarrkarneval erworben hat, der weit über die Grenzen Mariadorfs hinaus ein hohes Ansehen genießt. 1964 wurde der Neubau des Kindergartens und des Schwesternheimes gefeiert, der Kindergarten feierte im Herbst 1989 sein 25jähriges Jubiläum. Er stand bis 1972 unter der Leitung von Schwester Benigna, die bis heute in unserer Gemeinde unvergessen ist. Mit dem „Abzug” der Schwestern endete 1972 eine 75 jährige Tätigkeit von Schwestern in Mariadorf. Das Zweite Vatikanische Konzil spiegelte die Neuerungsbestrebungen in der Katholischen Kirche wider. In seinen Beschlüssen wird u. a. eine stärkere, verantwortungsvollere Beteiligung der Laien am pfarrlichen und kirchlichen Leben angestrebt. Dies schlug sich in den sechziger Jahren in der Einrichtung von Pfarrausschüssen nieder, die 1968 durch die heuhtigen Pfarrgemeinderäte abgelöst wurden. Im März 1968 konstituierte sich der erste Mariadorfer Pfarrgemeinderat, den Erich Pelzer bis ins Jahr 1976 leitete. Im Jahre 1967 erhielt die Pfarre einen neuen Kaplan, dessen Wirken bis heute den Mariadorfern in bester Erinnerung geblieben ist.

Der Aachener Hans Landen, heute Dechant des Dekanates Würselen und Pfarrer an St. Sebastian, trat seine erste Stelle an. Unter seiner Leitung erlebte vor allem die Jugendarbeit – und das in der schwierigen Phase der späten sechziger Jahre – eine bis dahin und auch danach kaum je erreichte Blütezeit. Gleichzeitig legte sich aber am Ende der sechziger und vor allem am Beginn der siebziger Jahre ein Schatten über die kirchliche Arbeit, die schwere Erkrankung von Pfarrer Josef Langen, der in seinen letzten Jahren in Mariadorf nur noch bedingt einsatzfähig war, an seiner Gemeinde jedoch als echter Hirte hing und weiterhin jeden nur möglichen Einsatz leistete. In diesen schweren Jahren waren die Kapläne Landen und sein Nachfolger Erich Wittig beinahe in die Rolle von Pfarrverwesern gedrängt, und auch dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchenvorstandes, Paul Bliesbach, kam besondere Verantwortung zu. So feierte im Jahre 1969 die Pfarre Mariadorf ihr 100jähriges Bestehen, gleichzeitig feierte die KAB ihr 50ähriges Bestehen unter ihrem Vorsitzenden Franz Butz, der bis heute in dieser Organisation aktiv ist. Im Jahre 1974 schließlich mußte sich Josef Langen seiner schweren Krankheit beugen und die Pfarre Mariae Empfängnis verlassen. Er ist als ruhiger, väterlich wirkender Priester in der Erinnerung der Mariadorfer haften geblieben. Man erinnert sich vor allem auch noch an seine sonntäglichen „Verkündigungen” vor den heiligen Messen, die immer wie Erzählungen eines Familienvaters wirkten. Josef Langen war im Gegensatz zu seinem Vorgänger Klinkenberg ein eher ruhiger, ausgeglichener Hirte, der auch in den stürmischen Zeiten der frühen siebziger Jahre bemüht war, die verschiedenen Strömungen zusammenzuhalten. Nachdem Pfarrer Langen die Gemeinde 1974 verlassen hatte, mußte Kaplan Erich Wittig die gesamte Pfarrarbeit allein übernehmen, was er auch während der längeren Krankheitsphasen des Pastors mit Erfolg getan hatte.

Pfarrer Paul Wulf und neue Wege

Am 9. März 1975 erhielt die Pfarre St. Mariae Empfängnis Mariadorf einen neuen Pastor, den bisherigen Vikar in Bardenberg, Paul Wulf, der aus Gladbach stammt und noch heute in Mariadorf ist. Nachdem Erich Wittig Ende 1975 seine Berufung nach Kellersberg erhalten hatte, war Paul Wulf fürderhin alleinverantwortlich für die Pfarrgemeinde. Mitte der siebziger Jahre war man bestrebt, die Kirche und Pfarre den Menschen näher zu bringen und in einen persönlichen Kontakt zu treten. Unter diesem Gesichtspunkt feierte man erstmals in vielen Gemeinden Pfarrfeste, bei denen die Vereine gemeinsam mit den Pfarrmitgliedern die Gestaltung übernehmen und einander näherkommen sollten. In Mariadorf feierte man 1976 das erste Pfarrfest, dessen außergewöhnlicher Erfolg noch vielen in angenehmer Erinnerung geblieben ist. Heute ist das zweitägige Pfarrfest wie in vielen anderen Pfarrgemeinden eine kaum mehr wegzudenkende Tradition geworden, bei der sich das Pfarrleben in seiner ganzen Breite präsentiert. Im Jahre 1976 kam Angelika Gronsfeld als Pfarrhelferin nach Mariadorf. Sie setzte in ihrem zehnjährigen Wirken in der Pfarre viele Initiativen in Gang und entwickelte einen schier unerschöpflichen Ideenreichtum. Gemeinsam mit Pfarrer Wulf bemühte sie sich vor allem darum, die Gottesdienste aus einem starren Rahmen zu lösen, sie individueller und attraktiver zu gestalten. So ist es inzwischen in Mariadorf üblich und zu einer guten Einrichtung geworden, die Meßtexte auf Themen und Gruppen, die in den jeweiligen Gottesdiensten im Mittelpunkt stehen, zuzuschneiden. Auch der Pfarrbrief wurde im Laufe dieser Entwicklung von einem reinen Informationsblatt zu einer Art „Pfarrjournal” umgestaltet, er wird zu Weihnachten, zum Pfarrfest und zu Ostern an alle Mariadorfer Haushalte kostenlos verteilt. Unter Leitung von Pfarrer Wulf ging der neue Kirchenvorstand Mitte der siebziger Jahre daran, ein lange verzögertes Projekt in Angriff zu nehmen: den Bau eines neuen Jugendheimes. Bis zu seiner Errichtung waren jedoch viele Schwierigkeiten zu überwinden. Am 28. Juni 1980 war es dann aber endlich soweit: das neue Jugendheim wurde eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Der Kirchenvorstand nahm auch in der Folgezeit verschiedene Bauprojekte in Angriff: So wurden u. a. der Kindergarten und der Kirchvorplatz modernisiert und umgestaltet. Von 1983 bis 1987 wirkte Pfarrer Peter Stolle, hauptamtlich Jugendseelsorger, mit in unserer Gemeinde. Sein persönlicher Stil bei den Meßfeiern, vor allem bei den Predigten, sind vielen Mariadorfern noch in guter und angenehmer Erinnerung. Am 9. März 1988 feierte Pfarrer Wulf in unserer Pfarrgemeinde sein silbernes Priesterjubiläum. Aus diesem Anlaß veranstalteten Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat gemeinsam mit vielen weltlichen und kirchlichen Vereinen einen Galaabend im Saale Dreßen, dem am folgenden Sonntag ein Festhochamt und ein Empfang folgten. Das Priesterjubiläum war aufgrund der großen Gemeinschaftsleistung ein großer Erfolg. Drei Jahre zuvor hatte man ein ähnliches Fest, gefeiert um ein „Kind unserer Gemeinde” zu ehren: Pater Friedrich Siegers CSSR, der seit den frühen sechziger Jahren in Brasilen als Missionar tätig ist. Pater Siegers ist mit Leib und Seele Missionar, aber auch Mariadorfer geblieben, was bei seinen Besuchen, die in größeren Abständen in Mariadorf stattfinden, immer wieder deutlich wird. 1985 beging Pater Siegers sein silbernes Priesterjubiläum. Aus diesem Anlaß veranstaltete der Pfarrgemeinderat gemeinsam mit den Vereinen im Saale Gibbels einen „Tag für Pater Siegers”, der ein großer Erfolg wurde. Der Erlös dieses Festabends kam der missionarischen Arbeit in Brasilien zugute. Die Gemeinde hofft, Pater Siegers auch in Zukunft im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen zu können.

Erneuerung und Wandel

Die heutige Pfarre Mariadorf zählt ca. 6000 Mitglieder, deren seelsorgerische Betreuung umfassende Aktivitäten verlangt. Die Pfarre Mariadorf, die die Stadtteile Mariadorf und Blumenrath umfaßt, befindet sich aber auch in einem ökonomischen und bevölkerungsstrukturellen Wandel vom reinen Bergmannsort hin zu anderen Industriezweigen, die neue Bevölkerungsschichten nach Mariadorf kommen lassen. Die Ergebnisses dieses Wandels sind heute ebensowenig abzusehen wie die Veränderung durch den verstärkten Zuzug von Spätaussiedlern nach Mariadorf, die in unsere Pfarre voll integriert werden sollen. Augenblicklich ist aber die vordringlichste Aufgabe aller am Pfarrleben Beteiligter die Renovierung und Neugestaltung unserer Pfarrkirche, die im Innern seit Jahren ein wenig erfreuliches Bild bietet. Der Kirchenvorstand hat mit der Doppelverglasung der Außenfenster den ersten Bauabschnitt bereits vollendet. Momentan ist man mit der Einleitung des zweiten Abschnitts der Renovierung und Neugestaltung von Innen- und Altarraum, beschäftigt. Der neue Innenraum soll durch einen der Gemeinde näheren Altar heutigen Gottesdiensterfordernissen besser angepaßt werden. Außerdem sind die Umgestaltung des jetzigen Altarraumes zur Abhaltung von Wochentagsmessen und Andachten und die Errichtung einer Marienkapelle vorgesehen. So sieht sich die Pfarre St. Mariae Empfängnis Mariadorf, im Jahre ihres 120jährigen Bestehens vor eine Fülle von neuen und schwierigen Aufgaben gestellt, denen sie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten im Dienste Gottes und der Menschen gerecht werden muß.

Die St. Hubertusschützen 1868 Mariadorf e.V